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A4«JAHR

u ®, Worms

1 Mit solchen bewährten Anlagen werden auch in Deutschland seit Jahren schon ganze Siediungen ausgestattet

Ja, mein Kind, ihr habt es jetzt bequem

Wer früher vor der Stadt-sein Häuschen hatte oder auf dem Lande lebte, kannte keine Wasserleitung. Da hatte man eine Pumpe auf dem Hof oder holte das Wasser für Haus und Stall aus dem Dorfbrunnen. Die Städte hatten zwar eigene Wasser- werke, aber Gemeinschafts-Wasserleitungsnetze auf dem Lande waren selten. Seitdem ist das anders geworden. Einzeln- liegende Wohnhäuser und Gehöfte haben ihr eigenes „‚Wasser- werk“, eine elektrische Hauswasserpumpe mit Zapfstellen in Küche, Bad, Wasch- und Futterküche, Stall und Garten. Man braucht aber nicht nur Kaltwasser, sondern noch viel mehr Warm- und Heißwasser. Das wurde früher mühevoll in Kesseln auf dem Herd bereitet. Heißwasser braucht man von morgens bis abends: zum Morgenkaffeebereiten, Geschirr- abwaschen, zum Futtermengen für Jungtiere, Fußbödenauf- wischen, für die kleine oder gar große Wäsche und für die Körperreinigung. Der Säugling braucht täglich sein Bad, und die Kinder aller Größen kommen nach dem Spiel im Freien wasch- oder badebedürftig nach Haus.

| SR AIRS BEER

Heute hat man es leicht. Der Elektrospeicher hält Heißwasser stets vorrätig. Man braucht gar nichts zu tun, es ist einfach da, Hahn auf, und schon fließt es zu jeder Stunde. Kommen die Kinder nach Hause, gibt es kein Gepansche in der Küche, in’der nebenher die Mutter das Abendessen kochen soll. Die Kleider aus, im Bad schnell abgebraust, fertig ist die Reini- gung. Und da ist es auch keine Last, die Kinderkleidung, die Säuglingswäsche und Mutters Bluse zwischendurch herauszu- waschen. Heißwasser ist ja stets zur Hand; bald präsentiert sich das Töchterchen im frisch gewaschenen Kleidchen.

Im Bild 1 sehen wir eine günstige Anordnung. Ein Elektro- speicher versorgt Küche und Bad. Er liefert für vielseitigen Bedarf Heißwasser. Für 10 Liter sehr heißes Wasser braucht er nur eine einzige Kilowattstunde an Strom. Heißwasser- speicher gibt es in vielen Größen und Ausführungen. Kleine Speicher für Küche (Bild 2), Waschbecken (Bild 3) oder Brausebad, auch Sonderausführungen für ärztliche und ähn- liche hygienische Anforderungen. Sie gestatten es, die Hähne mit dem Fuß oder mit dem Ellenbogen zu bedienen, damit die Hände keimfrei bleiben.

Vielseitige Hilfe bieten auch die transportablen Geräte zur Heißwasserbereitung, der Großtauchsieder für das Kinderbad, den Wassereimer oder die Milchkannenreinigung (Bild 4). Nun gibt es keinen Ärger mehr, daß der Melker der Bäuerin das heiße Wasser gerade dann vom Herd wegholt, wenn sie es drin- gend für andere Zwecke braucht. Steckdose mit Schutz- kontakt und 2 kW-Tauchsieder im Nebengebäude ermögli- chen das Milchkannenspülen an Ort und Stelle. In einer halben Stunde sind 10 Liter Wasser am Kochen. Warum soll man es umständlich machen, elektrisch geht es billiger und bequemer.

2 Auch dem Kleinhaushalt ist geholfen : solche und ähnliche Geräte zeigt Ihnen gerne Ihr Elektrizitätswerk oder Ihr Elektromeister

Des Sommers übermächtige Fülle

nicht nur an Früchten des Gartens und des Feldes,

sondern auch an Fisch, Milch, Käse und Eiern

bietet zu niedrigeren Preisen der Markt. Die tüchtige, auf Sparsamkeit bedachte Hausfrau denkt zeitig an den Winter, kocht ein und schafft Vorräte. Mit dem Sommer kommt aber auch die Hitze. Das Verlangen, Waren und Speisen vor Verderb zu bewahren, ist groß. Und nicht nur in heißen, auch

in regen- oder nebelfeuchten Tagen wünschen wir

uns: Schutz der Nahrung. So manche Mark isi

3 Kleinstspeicher für Beruf, Praxis, Büro, Hotels, umsonst ausgegeben, wenn dieser Schutz fehlt.

Pensionen, Untermieter und den Haushalt Argerlich, daß etwas ungenießbar wurde. Denn

4 Das Wasserschleppen entfällt, die Bäurin benutzt

jedes Stückchen weggeworfener Nahrung ist weg- den Eimertauchsieder on der Bedarfsstelle

geworfenes Geld.

Vollkommenen Schutz bietet empfindlichen Lebens- mitteln die trockene Kälte im Gewahrsam des Elektrokühlschrankes. Für viele Tage hälı er das wertvolle Gut frisch bei einer Temperatur von 4 bis über Null, die, was wissenschaftlich ermit- telt ist, den besten Schutz bietet. Der Elektrokühl- schrank macht sich bezahlt. Man spart Wege, man spart Zeit. Stets hat man etwas im Haus und köstlich frisch gehaltene, gesunde Kost zur Hand. Der Bedarf für mehrere Tage ruht wohlgeborgen vor Wärme und Feuchtigkeit, wie sie der Tempe- raturwechsel im Frühling, Sommer, Herbst und selbst im Winter in unserem Klima nun einmal mit sich bringt, hinter der dicken Tresortür unseres

Elektrokühlschranks: Sicher bewahrt, viel erspart!

Wenn die Abc-Schützen mit innerer Unruhe dem ersten Schultag entgegenwandern, sind sie einer Meinung: Jetzt müssen wir also lernen für den Lehrer. Erst im Laufe der Jahre erkennen sie, daß man ein ganzes Leben lang nie aus- lernt. Wir lernen für das Leben und bringen es nur zur Meister- schaft, wenn wir in die Lehre gegangen sind. In den meisten Menschen steckt ein Drang, hinter die Dinge zu kommen. Die Buben möchten wissen, wie ein Motorrad „‚funktioniert‘‘; die Mädchen, wie man all die Obliegenheiten im Haushalt mühelos verrichtet. Ihr Wissensdrang geht vorwiegend um das Heim, seine Pflege und um das Kochen.

Das macht aber auch Spaß, aus den verschiedenen Zutaten ein so vorzüglich schmeckendes Mahl zu zaubern, wie es Mutter kann. Nirgends schmeckt es so gut wie „bei Muttern‘‘, sagt der Volksmund. Und nun erfahren die größeren Mädchen, daß die Nahrungsmittel aus bestimmten Grundstoffen be- stehen. Sie hören wichtige Einzelheiten aus der Ernährungs- lehre, und sie lernen, vielseitige, abwechslungsreiche und ge- sunde Kost auf Elektroherden zuzubereiten. Und sie erfahren auch, warum das sogenannte Kochen kaum mehr ein Kochen wie zu Großmutters Zeiten ist. Da werden die Gerichte in wenig Wasser gedämpft, da wird geschmort, gedünstet und gebraten. Jeder dieser Vorgänge führt zu einem ihm eigenen Geschmack. Wer weiß schon etwas von Kohlehydrat, Eiweiß,

Fett als den Grundbestandteilen richtiger Ernährung, und wer weiß etwas von den Aufbaustoffen, die als Mineralien in den Gemüsen usw. enthalten sind ? Verworrene Vorstellungen von den Vitaminen klären sich.

Immer mehr erkennen wir die Hilfe, die durch zweckmäßige,

auf die Anwendung ausgerichtete Konstruktionen von Elektro-

2 Köpfe Salat,

Kräuter, Essig und öy

Den vorbereitet

Spinatsuppe

60 g Fett, 60 g Mehl, roher, durchgedrehter

Aus den genannt Den roh pressen und den $ Nicht aufkochen, d

für das Leben...

250 g Tomaten,

mit Ei-Scheiben 1% Liter Milch und Brühe, 500 g Spinat, 2 hartgekochte Eier.

en Zutaten eine Mehlschwitze h

en, durchgedrehten Spinat pinatsaft in die a sonst die Vitamine verloreng

Als Einlage gekochte Eier, in Scheiben geschnitten.

geräten für die Haushalttechnik geleistet wird. Da sind die Elektroherde, die in ihrer Wärmeleistung den modernsten Zubereitungsverfahren gerecht werden. Die Elektrospeicher halten heißes Wasser für alle Zwecke der Haushaltführung bereit, und die Elektrokühlschränke bewahren unsere Speisen vor Verderb. Küchenmaschinen ermöglichen es, die anstren- sendsten Arbeiten in der Küche maschinell zu verrichten. Sie kneten Teig in 5 Minuten, schlagen Eiweiß und Sahne ohne Mißlingen,. zerkleinern Obst und Gemüse von vielerlei Art zu Rohkost. Ja, sie schälen uns selbst Kartoffeln, einen ganzen Topf voll in nur 5 bis 10 Minuten. Der elektrisch an- getriebene Fleischwolf zerkleinert Fleisch und Fett. In der Landwirtschaft verwurstet er ein ganzes Schwein in einer knappen Stunde am Schlachttag!

Der Jugend geht es aber in ihrem Wissensdrang nicht nur um die Anwendungstechnik, sondern auch um den Bau der Geräte. Hildegard fragt, wie denn nun das Wasser im Elektrospeicher erhitzt wird, wozu das rote Signallämpchen da ist. Nun, das hängt vom Verwendungszweck ab. Schaltet man das rote Lämpchen ein, so schaltet sich bei dieser Speichertype ein zweiter Heizring zu, der das Wasser im Speicher in kurzer Zeit von 55 auf 85 erhitzt, das ist schon beinahe Siedehitze! Monika fragt, wie denn so ein Kühlschrank funktioniert, und Erika will wissen, wie die Hitze im Elektroherd genau geregelt wird. Alle erhalten Auskunft, und alle lernen sie für das Leben dank der Behandlung moderner Elektrogeräte im Unterricht. Wer durch diese Schule gegangen ist, wird eine gute Hausfrau, die nicht nur hervorragend kochen kann, son- dern auch die richtige Auswahl der Speisen trifft und sparsam wirtschaftet dank der Elektroküche.

T geriebene Zwiebel

erstellen. in einem Tuch aus-

fertige Suppe geben. ehen!

Ortsfeste und fahrbare Elektromotoren, gesichert gegen Überlastung und Kurzschluß, sind treve Helfer der Land- wirtschaft im kleinen und im großen Betrieb. Ihre Größe und richtige Wahl bestimmen die Wirtschaftlichkeit. Der Motor ist billiger Helfer, zuverlässig und stets dienstbereit.

Land-Wirtschatft

Einer der ältesten Berufe, die die Menschheit kennt, ist der des Ackerbaues und der Viehzucht, die Land-Wirtschaft. In den zwanziger Jahren wirkte die Elektrifizie- rung der Landwirtschaft revolutionierend. Die moderne Energie kam durch unscheinbare Drähtchen in jeden Hof. Was sie zu bieten hat, wird in wenigen Wochen die Elektroschau auf der diesjährigen Wanderschau der Deutschen Land- wirtschafts-Gesellschaft in Köln zeigen.

Der neuzeitlich eingerichtete landwirtschaftliche Betrieb richtet sich nicht nach der herkömmlichen Bauweise, sondern plant die Anlage der Räumlichkeiten nach Zweckmäßigkeit. Dabei werden schon bei der Bauplanung die maschinellen Ein- richtungen so vorgesehen, daß Maschinenkraft statt Menschenkraft soweit dies irgend möglich ist, sinnvoll Verwendung findet. Elektromotoren arbeiten hundert- mal billiger als der Mensch. Das ist so beim Wasserpumpen, beim Häckseln, beim Fördern, beim Drusch, bei allen motorisch angetriebenen Geräten,

Die Steigerung der Qualität der Erzeugnisse gegenüber dem Auslandsangebot ist heute eine Lebensfrage für Obst- und Gemüsebau, für Kartofleln und Getreide; und nicht zu vergessen: für die Viehhaltung. Da geht es ebenso um die Milch- wirtschaft und die Geflügelhaltung wie um die Schweinezucht. Was irgendwie mechanisiert werden kann, muß mechanisiert werden. Die Reihenfolge der An- schaffung ergibt sich aus betrieblichen Gegebenheiten. Jeder Fall liegt anders. Anschaffungspreis, Qualität, Lebensdauer, Betriebskosten, das sind immer wieder- kehrende Fragen. Die Antwort wird auf der DLG-Wanderschau gegeben.

Fest steht, daß die Bäuerin und ihre Helfer Entlastung brauchen. Was in der Innen- wirtschaft entlasten hilft, schafft Zeit für die Feldwirtschaft, den Anbau von Qualitätsobst und Gemüse. Die Elektrizität ist Energie in reinster Form. Sie treibt Maschinen, sie bringt Licht und Frischluft in die Ställe. Sie heizt den Elektroherd und den Brotbackofen. Sie dämpft besonders hochwertiges Futter und liefert Heißwasser auf Vorrat. Kühlanlagen verbessern die Qualität der Erzeugnisse des Bauern, und der Rundfunk bringt ‚‚die Stadt aufs Land“. Vielseitige Hilfe danken wir der modernen Energie und den technischen Leistungen der Maschinen und Geräte, die auch robustesten Anforderungen gewachsen sind. Vorteil für. alle: Strom kommt sowieso ins Haus, nutz’ das aus.

Vo dies Unser Heizkissen lebt heute noch. Rund 25 Jahre

j ist es her, daß wir es anschafften, als mein klei-

Garmisch vs ner Bruder eine Mittelohrentzündung hatte. HUNG Seither ist es bei jeder Erkältung tagelang in

ch Betrieb. Was spielen schon ein paar Zehner eine

nn 3 ES Rolle, wenn man die Schmerzen los wird. , e Nun, die Kosten sind nicht hoch: Einen

B7/ Tag, eine Nacht und noch einen Tag,

Eine Zuschrift

Ich war damals noch ein kleiner Bub. Da kam ein Elektromeister ins Haus und legte „elek- trisch Licht‘. Man brauchte dann nur knips zu machen, und schon brannte es. Ja, was wären wir heute ohne Licht. Tagsüber Beruf, abends Hausarbeit, das Los vieler Frauen. Moderne Leuchten machen die Nacht zum Tag. Und das kostet nur Pfennige: Eine 60 W-Lampe ver- braucht erst in 16?/, Stunden eine Kilowatt- stunde. Die reicht also 4 bis 5 Tage im Jahres- durchschnitt und kostet nicht mehr als eine gute

Zigarette. Rundfunk hören-ist genau so billig Nachdem der alte Herd seine Dienste aufgegeben hatte,

wollten sie sich zu Hause modernisieren. Ein Elektro-

Ja, dann kam das Bügeleisen. Was war das herd kam ins Haus. Bei einem Besuch rechnete mir

früher eine Plagerei, die Stähle im Herd heißzu- Mutter auf Heller und Pfennig vor, daß sie jetzt machen. Heute stellt man die Temperatur nach billiger koche als seither. 6 bis 7 Mark, sagte sie, den modernen Geweben ein, und schon geht es ———ı das kostet es auch auf Kohle. Die Annehmlichkeiten los. In 2 bis 21, Stunden ist die Wäsche von ® hat man also ganz umsonst.

14 Tagen gebügelt. Preis: eine einzige kWh.

Wenn uns die Stromrechnung vor die Augen gehalten wird, denken wir gewiß nicht mehr an die Petroleumkanne, mit der Großmutter die Lampe aufgoß. Wir denken nur an die paar Mark, die es nun einmal im Monat kostet. Daß es in der guten, alten Zeit viel mehr kostete, mehr Mühe, mehr Schmutz, mehr Zeit, mehr Arbeit und, alles zusammen- gerechnet, auch mehr Geld, das haben wir vergessen.

Als Mutter vierzig wurde, schenkten wir ihr es war ein paar Jabre nach dem ersten Krieg einen Staubsauger. Mit füüüü schluckte er die Staubfusselchen in sich hinein. Diese Woh- nungsreinigung kostete im ganzen Monat nur 2 Kilowattstunden. Für den Preis von 2 Ziga- retten hätte ihr kein Mensch diese so unerfreuliche Arbeitabgenommen.

Von jeher hat es mir die Landwirtschaft ange- tan. Das liegt in der Familie. Der Bauer lebt vom Ertrag, wenn auch die Schweinezucht nicht Fabrikation von Fleisch genannt wird. Der elek- trische Futterdämpfer schenkt uns dank seiner Automatik täglich mindestens eine volle Stunde Arbeitszeit. Rechnen wir die Kosten anderer Dämpfverfahren, die Lebensdauer der Dämpfer, den höheren Nährwert der Kartoffeln und alles Drum und Dran: unter dem Schlußstrich ergibt sich ein Plus für den Elektrodämpfer.

Aus dem kleinen Buben ist längst ein reifer Mann geworden. Was hat man nicht alles hinter sich gebracht. Aber eines lasse ich mir auch heute noch nicht rauben: den Glauben an den Fortschritt. Und darum vertraue ich so sehr der modernen Energie: Elektrizität.

Energie-Verlag GmbH, Heidelberg Verantw. Redakteur: B.L. Bührlein, Heidelberg

Fotos: Göllner, Historia, Kuhn, Schmidt, Schneiders, Weizäcker, Dr. Wolff & Tritschler, Werkfotos

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I Jahre 1909 wurde von weitschauenden Männern der Rhein- hessische Elektrizitätsverband (RE\V) gebildet, der bereit war, bei der Beschaffung finanzieller Mittel für die Einrichtung der Über- landversorgung zu helfen und unter entsprechenden Bedingungen für die Verwirklichung und das Gelingen des Planes einzutreten. Ein diesbezüglicher Vertrag wurde damals mit der Rheinischen Schuckertgesellschaft (RSG) abgeschlossen und der Bau des Kraft- werkes Osthofen in Angriff genommen mit all dem, was für die Stromverteilung an Leitungen, Transformatorenstationen und Orts- netzen erforderlich war.

Im Jahre 1911 bildeten die RSG und die Stadt Worms eine Aktien- gesellschaft. das Elektrizitätswerk Rheinhessen (EWR) genannt, die in die Rechte und Pflichten des bestehenden Vertrages mit dem REV eintrat.

Als das Werk Osthofen vor etwa 40 Jahren fertiggestellt war, voll- zog sich bald eine Umstellung der hauswirtschaftlichen Verhält- nisse, der ebenso schnell eine solche im bäuerlichen und kleingewerb- lichen Betriebe folgte. Mit dem elektrischen Licht hielten Motoren, Haushaltgeräte und später Elektrowärmegeräte, vor allem Koch- herde usw., ihren Einzug.

Bei der raschen, sprunghaften Entwicklung, die die Elektrizitäts- anwendung hei uns genommen hat, kann sich ein Großteil unserer Bevölkerung gar keine Vorstellung machen, wie man noch vor nicht allzu langer Zeit bei einer Petroleumlampe lesen und arbeiten konnte, und daß man viele Maschinen im bäuerlichen Betrieb mühsam mit der Hand gedreht hat. Damals glaubten die verant- wortlichen Männer bestimmt daran, daß nun Rheinhessen auf Jahr- zehnte hinaus mit Strom versorgt sei. Wer konnte auch damals ahnen, welchen Aufschwung die Technisierung auf allen Gebieten nehmen und wie der Verbrauch elektrischer Energie geradezu über- stürzend in die Höhe gehen werde.

Einige Zahlen mögen diese Entwicklung beleuchten:

Der jährliche Stromverbrauch im Bereiche des REV (Rheinhessen) lag:

1912/13 bei 0,85 Millionen Kilowattstunden

1920/21 5607 m 1930 o Wi: . 1940 1692 m 1950 = 3691 + 5 r 1951 44,59 S 1952 “5080 Mi;

Der Stromverbrauch auf dem Lande hat sich also in dieser Zeit- spanne auf das 60fache oder auf 6000%%, gesteigert. Im ganzen Ver- sorgungsgebiet des EWR hat sich die Zahl der angeschlossenen elektrischen Herde,

Großwärmegeräte Heißwasserspeicher,

Futterdämpfer und der Elektromotoren wie folgt entwickelt:

Jahr: Großwärmegeräte: Motoren Stück Stück 1935 2 968 19 950 1940 6 833 23 141 1945 i 8 041 24 816 1948 8 729 26 551 1950 13 670 29 341 1951 17 470 30 818 1952 21 591 32 164

In den 17 Jahren von 1935 bis 1952 haben also die Großapparate um 600% und die Motoren um 60%, zugenommen. Im letzten Jahr allein wurden rd. 4000 Kochherde neu angeschlossen. Wollte man auf diesem Gebiet um 40 Jahre zurückgehen, dann kämen die- selben Entwicklungsstufen zum Vorschein wie bei dem Strom- verbrauch im allgemeinen.

Im Blick auf diese geradezu phantastische Entwicklung leuchtet es ohne weiteres ein, daß das Werk Osthofen trotz aller Verbesserung mit den Anforderungen nicht mitkommen konnte. Heute werden im Werk Osthofen rund 25% des rheinhessischen Strombedarfes erzeugt und 75°, von außen her bezogen.

Wir haben erlebt, daß mächtige Ständer in Rheinhessen zur Auf- stellung kamen, die mit dicken Leitungsseilen ausgestattet den Strom aus dem Kohlengebiet her zuführen. Der Hauptlieferant, das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk, liefert diesen Strom mit 100 000 Volt Spannung. Von Süden her wird dazu Strom geliefert, der den Wasserkraftwerken des Schwarzwaldes entstammt.

Der ständig steigende Bedarf erfordert nun von dem stromliefernden Werk entsprechend höhere Leistung. Der erforderliche Strom ist in der 100 000-Volt-Leitung vorhanden, er muß aber durch wesent- lich erweiterte bzw. neu zu errichtende Großtransformatoren- stationen in das Versorgungsgebiet eingeleitet werden. Eine der- artige neue Station wird bei Wörrstadt entstehen, um die Versor- gung des nördlichen Teils von Rheinhessen sicherzustellen.

Die Durchführung all dieser vorsorglichen Maßnahmen, neben denen die Überholung der Hochspannungsleitungen und Ortsnetze, vor allem die Auswechslung von Eisen durch Kupfer, läuft, soll nach einem besonderen Plan mit einem Aufwand von zusammen 5 Mil- lionen DM erfolgen.

Die große Frage ist die, woher dieses Geld kommen wird. Das Werk, wie die gesamte deutsche Elektrizitätswirtschaft, leiden weiter an einem empfindlichen Kapitalmangel. Ich ersche aus einem Bericht der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke, daß für die Sicherung der Energieversorgung des gesamten Bundesgebietes ein Kapital- bedarf von 2 Milliarden DM erforderlich ist. In diesem Bericht ist eine schematische Darstellung gezeigt, wonach bei gleichbleibendem Tempo der Verbrauchszunahme im Jahre 1956 etwa 30% der in der Hauptbelastungszeit notwendigen Leistung fehlen, wenn der Kapitalmangel nicht inzwischen behoben wird, so daß die erforder- lichen zusätzlichen Anlagen gebaut werden können,

Auf den engeren Kreis unserer ländlichen Versorgung zurückgehend, wirft sich die Frage auf, wie der Stromverbrauch sinngemäß gelenkt we-en kann, um die störenden Belastungsspitzen abzubiegen. Wir müssen auch im bäuerlichen Betrieb, soweit irgend möglich, Nacht- strom verwenden. Dabei weiß ich sehr wohl, daß nicht nachts ge- kocht, daß das Vieh nicht nachts gefüttert und gemolken werden kann usw., aber Futterdämpfer und Heißwasserspeicher sollten nur mit Nachtstrom arbeiten. Das EWR ist bereit, Umstellungen der Hausanschlußleitungen, Zähleränderungen usw., die bei der Ver- wendung von Nachtstrom erforderlich werden, unentgeitlich durch- führen zu lassen. Es hat den Installateuren entsprechende Richt- linien dafür gegeben.

Wir müssen uns aber auch in der Landwirtschaft darüber klar sein, daß Pläne, wie sie jetzt vielfach an unser Ohr klingen, wonach bald in jedem Bauernhof in der Ernte ein Einmanndrescher, Dresch- häcksler laufen soll, zur Zeit nicht verwirklicht werden können. Das wird erst dann möglich sein, wenn genügend billiges Geld zur , Verfügung gestellt ist, mit dem nach großzügiger Planung die an-g gedeuteten Schwierigkeiten beseitigt werden können. Darüber be- sieht auf alle Fälle Klarheit, daß wir die Dinge und die fortschritt- liche Entwicklung nicht mehr rückwärts drehen können. Es müssen deshalb Mittel und Wege gefunden werden, sie nicht aufzuhalten.